Mittwoch, 16. August 2017

#12von12 - Ausgabe August


Es ist wieder #12von12-Zeit - Erklärung hier.

Seit Ende März ging es wegen des Unfalls gar nicht auf Kurzreisen, wir waren brav die ganze Zeit zuhause. Seit zwei Monaten dreht sich alles um den Arbeitsalltag, um das Aufarbeiten des Berges, der in 12 Wochen Krankheit entstanden ist und um die Mobilisierung des Armes. Uns war nach einer kleinen Auszeit. Wir gönnten uns den Luxus von drei Nächten im Hotel Interalpen, das wir während einer Pressereise 2015 kennengelernt und schätzen gelernt hatten. Letztes Jahr feierten wir schon die Goldene Hochzeit meiner Eltern dort, dieses Jahr verbrachten wir dort vier Tage, die am vergangenen Samstag, den 12., starteten. 

Der Wecker klingelt um 6 Uhr, das meiste war schon gepackt, die wichtigen Dinge wie iPad, Lesebrille, Ladegeräte, Kindle und Kopfhörer kommen noch ins Handgepäck aka große Handtasche. Schnelles Frühstück - wie immer Milchkaffee und Toast, dann ab ins Auto. Um 8 Uhr kommen wir los. 

12von12 - Reisegepaeck

Ums Eck noch schnell am Briefkasten anhalten und die täglichen Postkarten an Mesale Tolu und Deniz Yücel einwerfen. 


12von12 - Postkarten

Die Fahrt in die Alpen ist regnerisch und trüb, der Karwendelstock (wußtet Ihr, daß "der Karwendel" 125 Gipfel über 2000 m hat? Ich nicht.) nur zu erahnen: 


12von12 - Karwendelstock

Nach zwei Stunden sind wir im Hotel, wir checken ein und gehen in den Spa-Bereich, da unser Zimmer natürlich noch nicht fertig ist. Wir ziehen uns um, mummeln uns in dicke Bademäntel und ziehen uns in den Ruhepavillon zurück. Während der Herr der Cucina liest und dann schwimmen geht, höre ich Musik (Mad Men) und schlafe irgendwann ein. 


12von12 - Interalpen Spa

Um 13 Uhr weckt er mich, wir gehen im Hotel essen. Ich nehme eine kleine Portion Tatar, er gönnt sich einen Kaiserschmarrn. 


12von12 - Kaiserschmarrn

Während wir auf das Essen warten, studieren wir schon das Abendmenü.


12von12 - Menu

Den Nachmittagskaffee genießen wir drinnen - Sonne und Wärme sind erst für den nächsten Tag angesagt. 


12von12 - Kaffee

Mittagsschlaf, Lesen im Bett und schließlich die Nachrichten im Fernsehen - der Nachmittag verläuft gemütlich, so wie geplant. Nur das Orange Ding verfolgt/verängstigt/verärgert uns auch hier.


12von12 - Nachmittag

Wir machen uns ein wenig chic und gehen zum Essen. Während der Herr der Cucina das Menü wählt, darf ich aufgrund der vielen Allergien ausscheren und wünsche mir ein Wiener Schnitzel. 


12von12 - Wiener Schnitzel

Der Mann ist auch glücklich und hält bis zum Dessert, dem Tiramisu mit Feigen und Malaga Eis, tapfer durch.


12von12 - Tiramisu

Der Abendspaziergang beschränkt sich auf eine Runde ums Haus und einem Blick auf das Schwimmbad. 


12von12 - Ausblick

Um 22 Uhr versinken wir in den Betten und widerstehen der Live-Musik und der Bar. 


12von12 - Bett


Sonntag, 6. August 2017

#WMDEDGT - Ausgabe August


Frau Brüllen möchte am 5. eines jeden Monats wissen: „Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?“, kurz gesagt: #WMDEDGT

Es ist schwül und drückend, ich wache um 5 auf und lese das Internet bis 6 leer, bevor ich noch eine Stunde schlafe. Um 7 aber schnell raus aus dem Bett, der Herr der Cucina macht Frühstück, während ich gleich ins Bad gehe. Milchkaffee, Weißbrot mit Orangenblütenhonig und Erdbeer-Marmelade. Minimal Schminke ins Gesicht, rein ins Polokleidchen, um 8.30 Uhr habe ich ein kurzen geschäftlichen Termin. Auf dem Weg dorthin bringe ich Karten an Mesale Tolu und Deniz Yücel zum Briefkasten. Ein bißchen hoffnungslos - ich werde wohl ewig schreiben müssen. 

Auf dem Heimweg will ich beim Metzger Fleisch für das Abendessen und vor allem warmen Leberkäs für die vormittägliche Brotzeit mitnehmen. Ich scheitere. Der Metzger hat Samstags im August nicht auf. 

Zurück daheim hole ich ein kleines Lammkarree aus dem Gefrierschrank. Während der Mann Gemüse einkaufen geht, wasche ich Handtücher, hänge sie auf, backe einen Kuchen (den ersten seit dem Armbruch), ent- und belade ich die Spülmaschine, entspitzle Bohnen, koche. 
Zum Mittagessen gibt es einen gemischten Salat, grüne Bohnen und das Lamm. 
Wir reden über Taupunkte und die feuchte Luft ... und messen uns Temperatur auf den Armen und Beinen: 33 Grad. Ich hätte gedacht, das wäre weniger. 

Kurzer Mittagsschlaf bzw. Mittagslektüre. Kaffee, Kuchen, danach kurz unterwegs, um Wanderhosen für den Herr der Cucina zu kaufen. Theoretisch. Praktisch finden wir nichts. 

Zurück daheim ziehe ich mich gute drei Stunden an den Schreibtisch zurück. Danach kleine Brotzeit mit Brot und gekochtem Schinken. Mit Orangensaft-Schorle und iPad ziehe ich mich auf die Couch zurück. Stricken werde ich noch lange Zeit nicht dürfen. :-( Nebenher läuft abwechselnd Supercup und Leichtathletik-WM im Fernsehen. Nach dem 100m Endlauf ... ab ins Bett. 

Mittwoch, 12. Juli 2017

#12von12 - Ausgabe Juli


Es ist wieder #12von12-Zeit - Erklärung hier.

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Der Wecker klingelt um 5.55 Uhr. Die Lust zum Aufstehen hält sich in Grenzen.

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Bad danach Frühstück - klassisch wie immer. 
Die Karten, die an Deniz und Mesale gehen, habe ich am Vorabend geschrieben, jetzt nehme ich sie gleich mit zum Briefkasten. (Wer sich für den Hintergrund interessiert, findet hier Informationen. Und ja, es ist Idealismus dabei. Daß die Karten ankommen, erwarte ich gar nicht. Ich will Aufmerksamkeit erzeugen, in meiner Filterblase und vielleicht darüber hinaus. Vielleicht bekommt die Karte ein Türke in die Hand und kommt zum Nachdenken. Oder ihm gefallen die Kunstpostkarten oder die Briefmarken oder er mag Latein. Irgendetwas wird sich bewegen, hoffentlich zum Guten.) 



Danach gehts zur Krankengymnastik, um 7.30 Uhr habe ich meinen Termin. 

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Nach den Übungen ist das Laken "zerfleddert", und ich bin es auch ein bißchen. Aber der Arm hat heute große Fortschritte gemacht. 

Auf dem Weg zum Kunden höre ich Harry Styles:


Die Semmel für die Brotzeit enthält heute ein gegrilltes Wammerl. 

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Nach dem Kundentermin geht es wieder Richtung heimischen Schreibtisch. Ich halte aber noch am Fitness-Studio des Physiotherapiezentrums und absolviere 40 Minuten an den Geräten unter Anleitung. 


Schreibtisch.

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Auf Twitter kommt die Frage auf, wie meine Tastatur so sauber bleibt. 


Währenddessen köchelt eine Bolognese auf dem Herd. Als der Herr der Cucina nach Hause kommt unterbreche ich für's Abendessen ...

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... begleitet von einem Glas Wein. 

Danach, also jetzt geht es zurück an den Schreibtisch für eine Abendschicht. Drückt mir die Daumen, daß sie nicht zu lang wird. 
(Es ist ja nicht so, daß mir vor dem Unfall langweilig war. Nur jetzt wollen noch zwei Krankengymnastik und fünf Gerätetrainings pro Woche integriert werden.)

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Habt einen schönen Abend. 

Sonntag, 9. Juli 2017

Lese-Wochen, keine Koch-Wochen


Ich habe viel gelesen in den letzten Wochen. So viel, wie wahrscheinlich durchschnittlich nur während meiner studentischen Pendlerzeit. Wenn man wie ich nächtelang wach liegt, das Aufstehen schwer fällt, dann ist man - vor allem einarmig - für die Erfindung des Kindle sehr dankbar. Ich kam wieder rein ins lesen, ich verschlang Buch um Buch; nicht die großen Meisterwerke, dazu war das Hirn nicht aufnahmebereit, aber vieles, was man weitläufig unter "Urlaubs- und Strandlektüre" einordnen würde.

Das mit dem Kochen stand in der Zeit hintenan, also gibt es statt Rezepten einen kurzen Überblick über die gelesenen Bücher:

Ich hatte tatsächlich noch nie etwas über Commissario Montalbano gelesen - sein erster Fall war ok, ich weiß aber nicht, ob ich mit der Reihe weitermache:

Was ich sehr gern las und sicher noch weiterlesen werde - die Miss Daisy-Reihe. Klassische, englisches Whosdunit-Krimis, leicht, nett im besten Sinne. Genau richtig fürs Krankenbett und am heißen Strand:

Sehr gern, obwohl brutal las ich Erbarmen - Band 1 der Carl Mørck Reihe von Jussi Adler-Olsen. Gleich danach fing ich mit Band 2 Schändung an. Diesen brach ich in der Mitte ab. Er war mir zu sadistisch. Vielleicht werde ich im gesunden Zustand versuchen, ihn zu Ende zu lesen.

Gerade rechtzeitig kam Stille Wasser: Commissario Brunettis sechsundzwanzigster Fall von Donna Leon heraus. Ich liebe diese Reihe ... und Fall 26 reiht sich ein, unaufgeregt, unblutig, aber trotzdem spannend.

Von vielen Kochbloggern geliebt die kulinarischen Krimis von Tom Hillenbrand. Ich las Teufelsfrucht: Ein kulinarischer Krimi. Xavier Kieffers erster Fall. War nett, aber nicht so überzeugend, daß ich gleich mit Fall 2 weitermachte. Vielleicht irgendwann. 

Auch noch etwas für den Strand ist die Benni-Harper-Serie: Der Museumsmörder Band 1 von Earlene Fowler las ich gern. Band 2 ist schon auf den Kindle geladen. Danke für den Tip, Excellensa.

Die Tegernseer Seilschaften: Ein Fall für Anne Loop (Band 1) von Jörg Steinleitner war mir dann selbst fürs Krankenbett zu seicht, genauso wie Die Kalte Sofie Ein München-Krimi von Felicitas Grunber.

Band 1 - 3 hatte ich schon in den vergangenen Jahren gelesen, Band 4 kam im März heraus und sollte eigentlich als Urlaubslektüre dienen. Ich las ihn dann doch früher und war wieder sehr gut unterhalten: Madame le Commissaire und das geheimnisvolle Bild: Ein Provence-Krimi (Ein Fall für Isabelle Bonnet) von Pierre Martin.

Und schließlich - als ich wieder beide Arme benutzen und eine gebundene Ausgabe halten konnte - vergrub ich mich in SPQR: Die tausendjährige Geschichte Roms von Mary Beard. Als alte Lateinerin (9 Jahre plus schriftliches Abitur) las ich es sehr gern. Aber ich konnte nur viele Rezensionen nicht nachvollziehen. "Bahnbrechend" oder "revolutionär" fand ich es nicht - es war spannend und gut erzählt. Allerdings auch mit einigen Wiederholungen. Trotzdem: Empfehlung. 

Samstag, 8. Juli 2017

#WMDEDGT - Ausgabe Juli


Frau Brüllen möchte am 5. eines jeden Monats wissen: „Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?“, kurz gesagt: #WMDEDGT? 

Mein Tag war so langweilig, wie er nur sein konnte:
Nach 10 Wochen Krankheit und 2 Wochen Urlaub ist dies die erste "normale" Woche und ich bin schon nach zwei Tagen platt. Nach einer traumlosen Nacht kurz vor dem Wecker um 5.50 Uhr aufgewacht. Mit dem Mann noch bis 6.15 Uhr im Bett geredet, den Tag besprochen.

Gefrühstückt wie immer Milchkaffee, Toast, Marmelade und Honig. Dann Katzenwäsche und auf in die Uniklinik, kurzer Termin um 8.30 Uhr, sofort drangekommen. Auf dem Heimweg in einer Metzgerei noch Kalbschnitzel mitgenommen. Zurück zuhause erstmal das Kleid gegen kurze Hosen und Shirt getauscht. Endlich kann ich mich untertags umziehen, ohne auf den Mann warten zu müssen. Das klappt nicht mit jedem Kleidungsstück, aber es ist ein Fortschritt. 
Dann geht es an den Schreibtisch, überall brennt es, die 12 Wochen Abwesenheit haben natürlich Folgen. Ich versuche, alle Bälle in der Luft zu halten. Viel telefoniert. Heute habe ich mal die Anzahl der Telefonate gezählt. Es werden am Ende des Tages 41 Stück sein. Zwischen den Telefonaten einen Tomatensalat gemacht und zusammen mit einem Butterbrot gegessen. Auch den Nachmittag verbringe ich am Schreibtisch. Alle Bälle sind noch in der Luft am Ende des Arbeitstages, abgearbeitet habe ich wenig.

Der Herr der Cucina kommt nach Hause, wir braten die Kalbschnitzel - dazu gibt es einen Kartoffelsalat. Ein Glas Tegernseer Bier paßt bestens dazu. Danach wird die Küche aufgeräumt, Wäsche abgehängt und zusammengelegt. Ich packe noch meinen Rollkoffer mit Notebook und Akten. Am nächsten Morgen geht es früh zur Krankengymnastik und danach zum Kunden. 

Um 21 Uhr schlafe ich bei einer Folge "Designated Survivor" schon fast auf der Couch ein. 22 Uhr Bett. 

Freitag, 5. Mai 2017

#WMDEDGT - Ausgabe Mai


Frau Brüllen möchte am 5. eines jeden Monats wissen: „Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?“, kurz gesagt: #WMDEDGT? 


Was mache ich den ganzen Tag? Im Moment sind es keine normalen Tage, die ich habe, aber sie gleichen sich trotzdem.

Wir stehen 15 Minuten früher auf als normal, um 6:00 Uhr. Denn alles dauert seit meinem Unfall ein bisschen länger. Der Herr der Cucina hat schon den Frühstückstisch am Vorabend gedeckt, so muss er nur noch die Kaffeemaschine einschalten. Während er ins Bad geht, mache ich schon meine ersten Übungen, um die Verspannungen der Nacht ein bisschen los zu werden. Die Nächte sind im Moment nicht so prickelnd, 8 Stunden auf dem Rücken durchschlafen ohne Schmerzen funktioniert einfach noch nicht. Die letzte Nacht war einigermaßen in Ordnung, ich stand nur zweimal auf. 

Nach einem gemeinsamen Frühstück zieht mich der Herr der Cucina an beziehungsweise hilft mir dabei. Um 7:30 Uhr gehen wir gemeinsam aus dem Haus, er bringt mich zur Physiotherapie. Dort habe ich zwar erst um 8:10 Uhr einen Termin, aber ich spare mir eine Fahrt im Taxi. Im Wartezimmer lese ich am Adler Olson Krimi weiter. Der Kindle ist im Moment mein wichtigster Begleiter, schwere Bücher könnte ich nicht tragen beziehungsweise nicht blättern. In den letzten drei Wochen habe ich so viele Bücher gelesen, wie in den letzten Jahren nicht mehr. Eine Leseratte war ich schon immer, aber die Zeit wurde immer knapper dafür und außer im Urlaub komme ich nicht mehr regelmäßig in großen Stücken zum Lesen. 

20 Minuten Physiotherapie bringen ich immer wieder an meine Grenzen, danach bin ich total fertig. Es geht zurück nach Haus mit dem Taxi. Schnell in die Apotheke eine Creme für die Narbe bestellen, ab heute darf ich sie behandeln. Die Narbe sieht gut aus, ich bin recht zufrieden trotz Größe und fast 20 Stichen. Weiter gehts. Der türkische Friseur ums Eck sieht mich zur Zeit auch öfters. Zweimal die Woche gehe ich dorthin zum Haare waschen und föhnen. Zu Hause bekomme ich das nicht hin. 

Inzwischen kennt man mich dort. Es ist mir immer wieder etwas peinlich, dass sie nur 5 Euro von mir wollen. Ich bin mit dem Trinkgeld sehr großzügig. Danach geht es nach Hause und ich widme mich dem krank sein, d.h. ich mache Übungen, ruhe, schlafe, genese, lese, esse (Rest des Couscous-Salats von gestern abend), übe,… Zwei Kunden rufen an und erkundigen sich nach meinem Zustand. Am Nachmittag "springe" ich noch einmal in die Apotheke und hole meine Salbe. Außerdem überlege ich mir, was wir abends kommen könnten bzw. was der Mann kochen kann, während ich von der Seite gute Ratschläge gebe. Da er sowieso sehr viel mehr zutun hat als sonst, ist die Küche geprägt durch schnelle Gerichte. Es wird Spaghetti Bolognese. Das köchelt quasi von selbst.

Nach Abendessen und einem alkoholfreien Weißbier lande ich mit Heizkissen, Kissen und Decke auf der Couch und hoffe, daß ich zwei Folgen von der letzten Staffel "The Good Wife" durchhalte, bevor ich einschlafe.

Montag, 24. April 2017

D - München - Klinikum rechts der Isar


Manchmal läuft das Leben ganz anders als man denkt - und ich landete nach einem Sturz in der Notaufnahme und danach auf der chirurgischen Station des Münchner Klinikums rechts der Isar.

Inzwischen habe ich das Krankenhaus wieder verlassen und schreibe diesen Artikel im wahrsten Sinne des Wortes mit links und einem Diktierprogramm. Während meines Aufenthalts im Krankenhaus unterhielt ich meine Twitter Timeline und die Instagram Follower mit Essensbildern. Ein Vergnügen, das ich auch euch nicht vorenthalten möchte.

Mittwoch

Meine Allergien wurde aufgenommen, aber mir wenig Hoffnung auf passendes Essen gemacht. In Hektik wurde der Herr der Cucina gebeten, meine Essenswünsche für den heutigen und den kommenden Tag ankreuzen. Das Klinikum rechts der Isar gehört zur Technischen Universität München, der Universität, an der ich Mathematik studiert hatte. Die Karten machen nicht den Eindruck, auf den neuesten Stand der Technik sein.

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Der ausliegende Essensplan:

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Kurz vor der OP interessierte ich mich dafür nicht. Wie gewollt, war ich nüchtern. Das Mittagessen verschlief ich im Aufwachraum. Am frühen Nachmittag kam ich aufs Zimmer und knipste den Ausblick vom Bett.

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Das Abendessen bestand aus irgendeiner Frischwurst, Vollkornbrot und Joghurt. Ich aß den Joghurt, trank Wasser und schlief meinen Narkoserausch aus. Der Herr der Cucina hatte mir Bananen und Kekse für die Not mitgebracht, beides knabberte ich nachts.

Donnerstag

Langsam meldete sich mein Magen. Das Frühstück kam gegen 8 Uhr. Die Semmeln waren toll, der Kaffee zu stark. Dieses Frühstück sollte das Highlight der kulinarischen Versorgung während meines Aufenthalts sein.

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Das Mittagessen bestand aus einer Pilzbulette mit Lauchgemüse. Abgesehen davon, daß schnell klar wurde, daß ich dieses Pflanzerl wegen enthaltener Karotten nicht essen konnte, stank es erbärmlich. Ich ließ es ganz weit wegstellen ... und rief den Herrn der Cucina an.

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Das Abendessen ließ ich ebenfalls zurückgehen. Der kalte Braten vom Hals war völlig übergart. Der Herr der Cucina rettete mich mit einem Stück Grillhendl von Feinkost Käfer und frischen Brezen.

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Karfreitag

An Sonn- und Feiertagen gibt es keine frischen Semmeln, also bestellte ich Weißbrot. Was ich bekam? Zwei Scheiben Toastbrot, aber wirklich von der ganz schlimmen Sorte. Wenn es wenigstens ein Buttertoast von Golden Toast gewesen wäre. Nein, es war schlimm, schlimmer, am schlimmsten. Er bog sich schon, so trocken war es. Ich aß die Reste der Breze vom Abend davor. Und Joghurt mit Honig.

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Es war zwar Karfreitag, aber der Schweinebraten auf der Menükarte schien mir noch am hoffnungsvollsten zu sein. Überbackener Fisch oder Pfannkuchen konnte ich mir nicht vorstellen. 
Als sich der Deckel vom Mittagessen hob, kam mir eine große Wolke Chemie entgegen. Wahrscheinlich hätte man Chemiealarm ausrufen müssen. 
Fleisch und Sauce ließ ich gleich links liegen. Beim bayrischen Kraut hatte ich noch Hoffnung - was sollte man da schon verkehrt machen können. Nennt mich naiv. Auch hier: Chemiekeule.

Ich packte den Deckel wieder drauf ... und rief den Herrn der Cucina an. Er brachte mir im Laufe des Nachmittags einen Reissalat mit Schinken, Oliven, Gurke und Tomate, den ich sowohl zum Mittag- als auch zum Abendessen aß.

Meine Bettnachbarin hatte die mit Quark gefüllten Pfannkuchen bestellt. Der Quark war stark gestreckt und eigentlich nur noch eine wässrige Creme. Auch sie liess alles zurückgehen.

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Das Abendessen mit "Weißbrot" will ich Euch nicht vorenthalten.

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Karsamstag

Ich freute mich schon auf die frischen Semmeln am Samstag, aber leider waren die sehr viel schlechter als unter der Woche. Aber es war ok und genießbar, der Kaffee war nicht mehr so stark - alles in allem ein ordentliches Frühstück. Eine der zwei Semmeln gab ich der Bettnachbarin ab, die Weißbrot (s.o.) angekreuzt hatte. Geteiltes Leid, halbes Leid.

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Das Mittagessen bestand aus Karottensuppe (hier im Bild das Tablett der Bettnachbarin), Polenta (JA, DAS ist Polenta!) und Ratatouille. Nachtisch eine Kiwi. 
Suppe ging gar nicht, Polenta war "zum Erschlagen". Und kennt Ihr die Squashbälle, die man erst warm spielen muß? Wahrscheinlich muß man das auch mit dieser Kiwi machen. 95% der Patienten sind sicher schon wieder daheim, bis diese Kiwi in ein bis zwei Wochen eßreif ist. 

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Ich aß also wieder Joghurt, trank Wasser und schaute Netflix ... bis der Herr der Cucina mich am Nachmittag abholen durfte und mir zuhause ein Filetsteak servierte - mit ein paar Pommes.

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Resumé

Ja, natürlich ist die ärztliche Versorgung das wichtigste. Und ja, damit war ich sehr zufrieden, auch mit der Pflege. 

Jetzt kommt das große Aber:

Wenn es nicht möglich ist, einen multiplen Allergiker im Krankenhaus adäquat ernährungstechnisch zu versorgen, wo soll es denn sonst sein möglich? Natürlich kann das Komponentenessen sein, hier ein paar Nudeln, dort ein Brei, hier eine Brühe.

Und ganz grundsätzlich: Essen trägt zur Heilung bei. Ich erwarte keine Sterneküche, keine Menüs, kein Bio. Aber ich erwarte normales Essen ohne Chemiezusätze. Schmackhaftes, einfaches, leichtes. Kein Bohnen- oder Eiersalat abends, wenn ich 23 von 24 Stunden im Bett verbringe.
Jedes Mensa- und Kantinenessen meines Lebens war besser als das, was ich hier bekommen habe. 

Mir graut vor der Zeit, wenn ich einmal längere Zeit ins Krankenhaus muß, wenn ich kein Angehörigen und Freunde habe, die mir Essen vorbeibringen, wenn ich geistig nicht in der Lage sein werde zu verstehen, was auf meinem Teller liegt, oder mir einfach die Mittel fehlen. Hoffentlich wird diese Zeit nie kommen.

Donnerstag, 6. April 2017

#WMDEDGT - Ausgabe April


Frau Brüllen möchte am 5. eines jeden Monats wissen: „Was Machst Du Eigentlich Den Ganzen Tag?“, kurz gesagt: #WMDEDGT? 

Völlig unaufgeregter Tag - aber lest selbst:

Der Wecker klingelt um 6.05 und um 6.15 Uhr. Wir stehen um 6.30 auf. Der erste Tag seit langem, an dem ich den ganzen Tag zuhause am Schreibtisch sitzen werde. Nach einer fünftägigen Paris-Reise letzte Woche und zwei vollen Kundentagen am Montag und Dienstag ist das auch dringend notwendig.

Aber erst mal gibt es Kaffee und Toast mit Honig und Marmelade. Nebenher läuft Deutschlandfunk. Ich erzähle dem Herrn der Cucina vom ganz großartigen Ballett-Abend im Nationaltheater am Abend zuvor. Prachtvoll, poetisch, bunt, wild, klassisch, phantastisch, modern - all dies trifft auf die Inszenierung der "Alice im Wunderland" zu. Das beste, was ich in der Sparte Ballett bis jetzt in München gesehen habe. (Im Bereich Oper übrigens Macbeth von Verdi.)

Dann geht es mehr oder weniger sofort an den Schreibtisch - die Spülmaschine wird noch gestartet, eine Wollwäsche dreht in der Waschmaschine ihre Runden.

Am Schreibtisch verschicke ich meine März-Rechnungen an alle Kunden, rufe die Kontoauszüge ab, überweise mir nach schneller Freigabe einen Teil der Rechnungen selbst (Vorteil meines Jobs), buche die restlichen März-Belege. Elster hebe ich mir fürs Wochenende auf. Aber wenn alles gebucht ist, ist das der kleinste Teil. Dann gehts an die Kunden-Angelegenheiten. Ich maile, telefoniere, drucke - arbeite.

Zwischendurch holt die Assistentin eines Kunden Unterlagen ab - wir machen einen kleinen Ratsch. Zum Mittagessen mache ich mir eine große Schüssel Kopfsalat mit Tomaten, Gurken und Kartoffeln, dazu ein pochiertes Ei. Ich setze einen Hefeteig für einen Zopf an. Während Mittagessen und Hefeteig schaue zwei Folgen "The Big Bang Theory".

Zurück am Schreibtisch geht es weiter - mailen, Excel-Listen, telefonieren. Ich vereinbare einen Termin zum Mittagessen in zwei Wochen und erfahre dabei viel über Armenien als Wandergebiet. Zwischendurch schiebe ich den Zopf in den Ofen, schäle Spargel, pule Erbsen und koche beides. Aus dem Spargel wird eine Suppe, die Erbsen sind Einlage. Zwei Specksemmeln taue ich auf. Die gibt es dazu.
Der Herr der Cucina kommt nach Hause, wir arbeiten beide weiter. Essen die Suppe parallel zu den 19 Uhr Nachrichten. Danach noch einmal Schreibtisch, Telefonat mit den Eltern. Dann beginnen wir mit großer Freude die 5. Staffel von Suits auf Netflix. Währenddessen lege ich Wäsche zusammen und lese die Timeline nach.

22.30 Uhr Bett.

Sonntag, 26. März 2017

A - Jochberg - Kempinski Hotel Das Tirol - Das Essen


Sponsored Post in Kooperation mit "Kempinski Das Tirol".
Der Artikel umfasst dennoch meine persönliche Meinung.

Während unseres Wochenendes im "Kempinski Das Hotel" in Jochberg waren wir abends zweimal im Hotel-Restaurant "Steinberg" essen. Die Küche wird mediterran beeinflußt und ist regional geprägt. Tirol ist spürbar. Viele heimische Produkte kommen auf den Teller. Küchenchef Caspar Bork hat uns mit seinem Restaurant und seiner Küche überzeugt. Selten wurden meine Allergie so perfekt beachtet und trotzdem ein stimmiges Menü gezaubert. 

Aber seht selbst:

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Neben dem "Weinkeller" befindet sich der Eingang. 

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Am ersten Abend wurde uns das Halbpension-Menü serviert - für den Herrn der Cucina gab es ...

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Geräucherte Forelle - Kartoffelespuma - Bauernbrot
Seeteufelmedallion - Tomatenschaum - Fenchel
Backfisch vom Kabeljau - Süßkartoffelpommes - Sauce Tatar
Käse vom heimischen Bergbauern - Feigensenf - Traubenchutney

... während ich dieses Menü genoß:

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Garnelen mit Kartoffelchips
Rindersuppe mit Tafelspitzwürfeln
Entrecôte mit mediterranem Gemüse
Topfenpalatschinken


Wir tranken dazu einen Arneis aus der Langhe:

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Am zweiten Abend genossen wir das Degustationmenü mit acht Gängen. (Hier habe ich nur die Teller des Herrn der Cucina fotografiert, meine Speisen waren an die Allergien angepaßt.)

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Kaisergranat | Waldbeeren | Kalbskopf

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Kaspressknödel | Kopfsalat | Nussbutter 
(Dieser Gang gefiel mir sehr gut - der frische Kopfsalat macht sich toll zum Knödel.)

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Rindertatar | Speckschaum | Weck-Gemüse 

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Bauernbrot | Jochberger Lamm-Kompott | Tiroler Kaminwurz 
(Der Lieblingsgang des Herrn der Cucina.)

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Preiselbeer Sorbet | Knolle 15
(Knolle 15 ist ein Kartoffelschnaps.)

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Knusper Butt | Kokos | Trüffel 

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Kalbsbacke | Sellerie | Ofenschlupfer 
(Mein Lieblingsgang - ich mag Bäckchen sehr.)

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Mandarine | Wildkräuter | Topfen

Wir waren nach diesen Gängen sehr zufrieden und glücklich. Was wir uns allenfalls noch gewünscht hätten? Eine passende Weinbegleitung zu diesem exzellenten Menü. 
Ein Pinot Bianco "Kastelaz" von Elena Walch aus dem Jahr 2012 war unsere Wahl. 

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Wir hatten zwei sehr genußvolle Abende. 

Kempinski Hotel Das Tirol
Kitzbüheler Straße 48
6373 Jochberg
Österreich

Telefon +43 - 5355 - 50100

Mittwoch, 22. März 2017

A - Jochberg - Kempinski Hotel Das Tirol


Sponsored Post in Kooperation mit "Kempinski Hotel Das Tirol".
Der Artikel umfasst dennoch meine persönliche Meinung.

Ein Wochenende lang nicht viel machen außer Ruhen, etwas Bewegung und Essen. Das hatte ich nötig. Seit Januar waren die Wochenenden meist mit Arbeit (zumindest teilweise) belegt. Die Einladung ins Kempinski Das Tirol in Jochberg bei Kitzbühel kam deshalb genau recht. Das Wetter sollte schlecht werden. Zuhause wäre ich nur wieder am Schreibtisch gelandet.
Also packte ich mein Auto, gabelte nach dem Kundenbesuch den Herrn der Cucina bei seinem Kunden auf, und wir fuhren in 1 1/2 Stunden von München nach Jochberg in Tirol.

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Im Tal an der Hauptstraße gelegen empfing uns das 5* Superior Haus mit seinen 120 Zimmern und ca. 45 Suiten verschiedener Größe. Die großzügige, zweistöckige Eingangshalle mit ihrer Empore verbindet rustikale und moderne Stilelemente. Insgesamt ist das Haus von der Lichtkonzeption eher dunkel gehalten, das setzt sich von der Rezeption über die Zimmer ins Restaurant fort.

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Empore und Restaurant-Eingang

Die Zimmer - wir waren in einem Superior Zimmer mit 36 qm untergebracht - sind geschmackvoll ausgestattet. Das Bad ist ein Raum im Zimmer, fast ganz umgeben von Glas und Spiegeln. Das ist jetzt, wie Ihr wisst, nicht meins. Aber mit Vorhängen lässt sich Privatsphäre herstellen. Es gibt ein separates WC und zwei Schränke, sowie einen kleinen Tisch mit Stühlen sowie einen Sessel. Wir hätten uns, selbst als Wochenend-Reisende, ein paar mehr Bügel gewünscht oder ein zweites Kissen in Griffweite.

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Das WLAN funktioniert wirklich in allen Winkeln des Hotels einwandfrei und schnell. 

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Balkonblick


Nach der ersten Nacht im ruhigen Zimmer gings schon ziemlich früh zum Frühstücksbuffet, das von 7 bis 12 Uhr bereit steht. Eine große, exzellente Brotauswahl, viele verschiedene Getränke und Eierspeisen nach Wunsch fallen vor allem auf. Hier werden alle Frühstückswünsche wahr.

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Nach einem Spaziergang durchs Örtchen gings zurück ins Hotel und in den Spa-Bereich. Hier war es am späten Vormittag sehr ruhig, die meisten Gäste waren beim Skifahren. Wir genossen die Ruhe und lagen ein bißchen im 30°C warmen Innenpool (der Außenpool war uns zu kühl), danach mit Zeitschrift und iPad auf den Liegen bei großer Ruhe.

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Wen es mehr als uns umtreibt, kann natürlich in das keine 10 km entfernte Kitzbühel fahren, ein bißchen flanieren und shoppen. Oder einfach sporteln - Ski fahren im Winter, Wandern, Radeln u.v.m. im Sommer.

Ein langer Mittagsschlaf, viel Lesen und Reden, dem Regen beim Regnen zusehen - so verging die Zeit angenehm und erholsam. Und schwupps war es Zeit zum Abend essen. Über das Restaurant und unsere zwei Abendessen folgt ein zweiter Bericht - aber so viel sei schon gesagt: Wir waren sehr zufrieden.

Die Abende beendeten wir in der Rubin Bar und der angeschlossenen Zigarrenlounge. In Rot und Schwarz gehalten strahlt die Bar eine entspannte Atmosphäre aus, die uns sehr gefiel. 

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Wir entschieden uns für zwei verschiedene österreichische Brände und zum Schluß für einen Oban. Und wie es sich gehört für ein ruhiges und entspanntes Wochenende lasen wir noch etwas und schliefen wieder sehr gut. Bevor es am Sonntag wieder nach Hause ging. 


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Kempinski Hotel Das Tirol
Kitzbüheler Straße 48
6373 Jochberg
Österreich

Telefon +43 - 5355 - 50100